Die Dvořák-Hörgeschichte mit Thomas Quasthoff

Die Dvořák-Hörgeschichte mit Thomas Quasthoff

Der Schauspieler und Musiker Thomas Quasthoff an einem Studio-Mikrofon  Fotograf: Katharina Höhne

Thomas Quasthoff liest mit seiner tiefen Stimme die Hörgeschichte.

Musikerinnen der Musikhochschule Detmold haben sich eine Hörgeschichte für Kinder zu Dvořáks 9. Sinfonie ausgedacht. Sie handelt von Katharina, deren Welt gerade auf dem Kopf steht, weil sie mit ihrer Familie von Deutschland in die Metropole New York gezogen ist. Alles ist viel größer und ganz anders als in ihrer Heimat. Genauso erging es Antonín Dvořák, als er vor über 100 Jahren seine berühmte Sinfonie "Aus der Neuen Welt" komponierte. Die Dvořák-Hörgeschichte handelt von Heimweh und der Neugier auf Neues, von Musik aus Amerika und Musik aus Europa.

Die Autorinnen wählen die Geschichte von Katharina und ihrem kauzigen Nachbarn Anthony in New York als Bildfläche, um musikalische Elemente und geschichtliche Zusammenhänge rund um die Sinfonie "Aus der Neuen Welt" zu zeichnen. Erzählte Geschichte und gehörte Musik sollen wechselnd mit ihrer jeweils eigenen Sprache zueinander finden.

Hörgeschichte erscheint auf CD

Diese Geschichte für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren wurde im Tonstudio aufgenommen. Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter der Leitung von Roger Norrington spielt die Musik. Der Schauspieler und Sänger Thomas Quasthoff liest die Geschichte. Die CD ist ein Projekt von "SWR Young CLASSIX" und ist der gleichnamigen Reihe im Helbling Verlag erschienen.

Diese Frauen stecken hinter der Dvořák-Hörgeschichte:

Roswita hat als Geigerin in einem riesengroßen Orchester ein Problem: Während sie die schwungvolle Musik in der Sinfonie von Dvořák spielt, muss sie im Konzert still auf ihrem Platz sitzen und darf dazu niemals (!) Scotch Snap tanzen. Aber dass das einen Riesenspaß macht, hat sie zuhause mit ihrer 12-jährigen Tochter ausprobiert.

Gruppenfoto mit sechs Frauen vor einem Baum.  Fotograf: Katharina Höhne

Prof. Dr. Kerstin Unseld (1. v.l.) und Studentinnen der Musikhochschule Detmold haben sich die Dvořák-Hörgeschichte ausgedacht.

Kathrin spielt Querflöte, das heißt, sie hat als höchste Stimme im Orchester auch immer die Spitzentöne zu spielen und findet das wunderbar. Sie kennt die 9. Sinfonie sehr gut. Aber Kathrin hat noch eine zweite Lieblingsbeschäftigung: sie tüftelt gerne, denkt sich Spiele und Basteleien aus.

Sonja ist eigentlich eine Dichterin. Das sagen zumindest die anderen. Sie selbst sagt, dass sie Sängerin ist und Besitzerin einer wunderschönen grünen Papageienfeder. Aber sind das nicht die allerbesten Voraussetzungen für traurig-schöne Indianerballaden über Adlerfedern?!

Christa erzählt und erzählt und erzählt. Wenn Christa nicht gerade als Akkordeonistin unterwegs ist, dann ist sie die beste Geschichtenerzählerin der Welt. Oder ist das nicht das Gleiche? Auch mit Musik kann man erzählen. Und genau das tut sie.

Wiebke ist eine Expertin für den Central Park in New York. Sie kennt dort jeden Winkel und weiß genau, wo man die tollsten Konzerte und die coolsten Straßenmusiker hören kann. Außerdem ist Wiebke Gitarristin. Aber nicht genug damit: sie forscht auch über Musik. Und sie hat immer, wirklich immer gute Laune.  

Kerstin leitet als Professorin den Masterstudiengang Musikvermittlung an der Hochschule für Musik in Detmold. Sie schreibt besonders gerne schöne Geschichten zu schöner Musik, und das am allerliebsten zusammen mit ihren tollen Studentinnen. Die Geschichte "Aus der Neuen Welt" hat sie gemeinsam mit Roswitha, Kathrin, Sonja, Christa, Wiebke und Annegret bearbeitet, aber für die kniffeligste Frage („Wie heißt eigentlich Katharinas Bruder?“) hat sie noch eine weitere Expertin zu Rate gezogen, nämlich ihrer 9-jährige Tochter.

Annegret kennt sich von allen am Besten in der Partitur von Dvořáks 9. Sinfonie aus. Sie liest Partituren wie Bücher, alles, von oben bis unten, nicht nur ihre Oboenstimme, die sie dann auch spielen darf. Ihre drei Kinder kennen sie eigentlich nur so: immer eine Melodie im Kopf – und genau wissen, aus welcher Sinfonie sie stammt.